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Visualisierung heilt!

Das Thema “Visualisierung” gewinnt immer mehr an Attraktivität. Michael Kucht hat dazu ein hervorragende Ausarbeitung gemacht: Visuelle Kommunikation im Change
Um die Diskussion mit zu gestalten, hier einige Erfahrungen meinerseits:

Ein guter Einstieg in einen Workshop: Teilnehmer selbst visualisieren lassen!

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Wir arbeiten seit 1990 mit Visualisierung, insbesondere durch die Teilnehmer selbst. So haben wir z.B. über 200 Gemälde von deutschen und französischen Managern, zu der Frage: “So nehmen wir uns im Arbeitsleben wahr.”

Die Bilder, jeweils in 20 Minuten entstanden, zeigen sehr plastisch die jeweiligen Wahrnehmungen auf. Sie sind bereits mehrfach ausgestellt und auch im TV gezeigt worden: Video: “So sehen wir die Franzosen” Interview ARD Morgenmagazin

Damit kommt man sehr schnell in eine Thematik rein. In diesem Fall war es deutsch-französisches Management.

Bei einer Kooperationsproblematik kann man das Gleiche auch mit der Frage: “So erleben wir unsere Kooperation” erreichen. Die Teilnehmer werden einfach nach Zugehörigkeit (Land, Unternehmen, Abteilung, Mann/Frau, usw.) in Untergruppen aufgeteilt und sollen nun ihr Erleben malen. Da bei den Gemälden auch viel Unbewusstes mit gemalt wird, kann ein guter Moderator darauf sehr gut aufbauen.

Tabu “interkulturelle Unterschiede” sichtbar machen

In einem internationalen Konzern führten wir vor einigen Jahren einen 5-tägigen Leadership-Workshop mit Deutschen, Franzosen, Engländern und Spaniern durch. Das Thema “interkulturelle Unterschiede im Konzern” wurde von den 35 Managern boykottiert: “Wir sind ein integrierter Konzern, interkulturelle Unterschiede haben wir überwunden.” Anstatt das Tabu frontal anzugehen, teilten wir die Gruppe nach den 4 Nationalitäten auf und liessen sie malen: “Our leadership reality inside our company”. Hier sind 3 der 4 Bilder (das englische ist leider verloren gegangen):

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Leadership in Spanien: Der spanische Chef träumt davon, ganz oben in der Hierarchie zu stehen. Er steuert den Bus und seine Mitarbeiter müssen ohne wenn und aber einsteigen. Wer den Bus stoppen will, wird überfahren: an den Reifen und an der Vorderfront klebt Blut. Kommentar eines spanischen Managers: “Wer gegen mich ist, ist erledigt!”

Leadership in Frankreich

Leadership in Frankreich: Der französische Manager vollbringt einen wahren Drahtseilakt. Während er tausend Dinge gleichzeitig managen muss und über deas Drahtseil balanciert, warten unten die Haie und Krokodile auf ihre Beute, während ein Konkurrent am Ende des Drahtseils mit Pfeil und Bogen auf ihn schiesst. Seine Mitarbeiter müssen wohl oder übel folgen. Wer’s nicht schafft, fällt eben in’s Meer …

Leadership in Deutschland

Leadership in Deutschland: Die Deutschen managen Prozesse und Strukturen. Ziel ist der €. Alles wird diesem Ziel untergeordnet. Kein einziger Mensch ist sichtbar, dafür aber eine Weltkugel und eine (vage) Vision, welche in der Euro-Sonne verbrennt. Sie würde die schöne Ordnung “aus der Balance” bringen.

Unnötig zu betonen, dass nach Vorstellung der Bilder das Thema “interkulturelle Unterschiede” nicht mehr tabu war. Im Gegenteil, wir mussten danach aufpassen, dass die anderen Themen nicht zu kurz kamen. Grund für das Tabu: der Konzernvorstand hatte entschieden, dass interkulturelle Unterschiede nach 2 Jahren Seminaren jetzt kein Thema mehr für eine aufstrebende Führungskraft sein dürfen…

Visualisieren heilt!

Seit wir “emotionale Viren” visualisieren (siehe “Emotionale Viren in Unternehmen aufdecken”) haben wir festgestellt, dass Visualisieren heilt.

Durch die  -humorvolle- Darstellung von Tabuthemen, “heissen Kartoffeln”, Interessenkonflikten und schwieriger Historie kommt ein Heilungsprozess in Gang. Das Leidensgefühl verliert an Kraft, die anfängliche Betroffenheit macht einer Er-Leichterung Platz. Im Prinzip das gleiche Gefühl wie bei einem (endlich) geständigen Kriminellen, der froh ist, die Wahrheit gesagt zu haben. Je mehr das Bild das empfundene Kernproblem trifft (reduce complexity), umso grösser der Heilungseffekt.

In einer Organisation führt dies dazu, dass blockierende Themen, die emotional aufgeladen sind, an die Oberfläche kommen. Durch einen externen Mediator kann das Thema somit professionnel begleitet und aufbereitet werden. Die “mentale Verschmutzung” in der Organisation kann so abgebaut, und die sogenannten “Sachprobleme” können sehr oft erstaunlich gelöst werden.

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Jochen Peter Breuer

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